Heute nehme ich euch mit in eine etwas ungewöhnliche Situation. Wir sind gerade wegen eines Feuers evakuiert worden und haben deshalb mehrere Hunde gemeinsam in einem Haus. Alle kennen sich, aber für Ricky – beziehungsweise Fritz, wie ich ihn eigentlich nenne – ist die Situation trotzdem ziemlich aufregend. Er hat sich nämlich verliebt und würde am liebsten ständig zu einer der Hündinnen. Das Problem: Die Hunde dürfen gerade nicht nach draußen und er soll lernen, trotz der aufregenden Situation auf seinem Platz zu bleiben. Und genau das üben wir. Dabei mache ich gar nicht viel. Kein „Bleib“, kein ständiges Reden und auch keine Leckerchen. Ich bringe ihn ruhig zurück auf seine Decke und bleibe einfach davor stehen. Mehr nicht. Das Entscheidende ist dabei tatsächlich meine Position. Ich gehe nicht weg. Sobald er versucht, an mir vorbeizukommen, bringe ich ihn ruhig wieder zurück. Das kann ein bisschen dauern, aber gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, Ruhe auszustrahlen und konsequent zu bleiben. Und dabei zeigt Ricky ganz wunderbar verschiedene Stress- und Beschwichtigungssignale. Das Wegschauen ist beispielsweise eine Beschwichtigungsgeste. Er möchte keinen Konflikt und versucht, die Situation zu entschärfen. Das Züngeln zeigt in diesem Zusammenhang Anspannung und Stress. Später kommen auch nach hinten gerichtete Ohren und Stresshecheln dazu. Das bedeutet nicht, dass es ihm „schlecht“ geht. Die Situation ist für ihn einfach gerade ziemlich aufregend. Er befindet sich im Zwiespalt zwischen: „Ich möchte unbedingt zu der Hündin“ und „Ich soll hier auf meiner Decke bleiben.“ Und genau solche Situationen sind unglaublich spannend, um die Körpersprache unserer Hunde zu beobachten. Wenn ihr zu Hause einen Hund habt, der Schwierigkeiten damit hat, auf seinem Platz zu bleiben, könnt ihr einmal beobachten, was passiert, wenn ihr nicht ständig mit Worten oder Leckerchen arbeitet, sondern ruhig dafür sorgt, dass er auf seinem Platz bleibt und selbst zur Ruhe kommen kann. Wichtig ist natürlich immer, den individuellen Hund und die jeweilige Situation zu betrachten. Und wenn ihr wissen möchtet, was das Gähnen bedeutet, das Ricky am Ende zeigt: Schaut gerne in mein Hundewörterbuch. Dort findet ihr die einzelnen Signale noch einmal ausführlicher erklärt.
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